Du erinnerst dich noch an die Zeit, als ein animiertes GIF als super modern durchging? Tja, vorbei. Heute gilt: Wer in der digitalen Werbewelt noch mit Standbild arbeitet, hat wahrscheinlich auch noch ein Faxgerät im Büro.
2026 – wo selbst Katzenvideos auf TikTok mehr Reichweite generieren als manch durchgeplante B2B-Kampagne. Laut „Marketing Week“ schossen die Ausgaben für Videoanzeigen allein in Großbritannien um satte 20 % in die Höhe. 8,3 Milliarden Pfund – das sind nicht nur viele Nullen, sondern auch 64 % aller Online-Display-Werbeausgaben. Das heißt: Zwei Drittel des Kuchens gehen an bewegte Bilder. Und du fragst dich noch, ob du wirklich in Video investieren solltest?
Video kills the Banner Star
Während Suchmaschinenwerbung immer noch die Spendierhosen anhat (mit 47 % Marktanteil), wächst das Video-Segment schneller als dein innerer Schweinehund nach Silvester. Der Grund ist so simpel wie brutal: Die Leute wollen Video. Sie scrollen, tippen, wischen – aber vor allem: schauen. Auf dem Handy, dem Smart-TV, sogar auf dem Klo. Wenn dein Content da nicht auftaucht, hast du Pech gehabt.
Retail Media und Gaming – keine Spielerei mehr
Amazon Ads, Zalando Marketing Services, In-Game-Anzeigen – klingt nach Nerdkram? Ist aber Goldgrube. 23 % Wachstum bei Retail Media, 9 % bei Werbung im Gaming-Sektor. Und du? Steckst dein Budget immer noch in Facebook-Banner mit Stockfotos aus 2014? Höchste Zeit, umzudenken.
Was heißt das jetzt für dich?
Hier kommen fünf knackige Empfehlungen, wie du 2026 (und darüber hinaus) nicht nur überlebst, sondern vorne mitspielst:
1. Dreh dein Ding – aber richtig
Video ist kein „Nice-to-have“ mehr. Es ist dein neuer Pflichttermin.
Was tun:
- Schnapp dir ein Script, ein gutes Mikro – und los geht’s.
- Produziere unterschiedliche Formate: kurze Snippets für TikTok, Storytelling für YouTube, vertikale Videos fürs Smartphone.
- Denke in Serien, nicht in Einzelstücken.
Beispiel: Du verkaufst Gartengeräte? Dann zeig, wie man den Rasenmäher mit einem Bier in der Hand bedient. Funktioniert. Versprochen.
2. Google bleibt dein bester Freund
Suchmaschinenwerbung klingt langweilig? Vielleicht. Funktioniert aber.
Was tun:
- Kombiniere Video mit Performance-Kampagnen.
- Nutze Performance Max, um Nutzer überall abzuholen.
- Landingpages, CTAs, Conversion-Optimierung – du weißt schon.
3. Gaming & Retail Media – jetzt oder nie
Was tun:
- Gaming-Zielgruppen ansprechen über Anbieter wie Anzu.io oder Bidstack.
- Produkte verkaufen? Dann teste Amazon Ads oder Otto Retail Media.
Reality Check: Deine Zielgruppe spielt vielleicht „Candy Crush“ – und du bist nicht mal im Level 1 sichtbar.
4. Denk crossmedial, nicht kreuz und quer
Was tun:
- Entwickle eine einheitliche Storyline über alle Kanäle hinweg.
- Nutze das „Hero-Hub-Help“-Modell: Hero für die große Bühne, Hub für die Community, Help für Tutorials und Co.
- Optimiere Videos für verschiedene Devices – Stichwort mobile first.
5. Messen, was das Zeug hält
Was tun:
- KPIs definieren: View-Through-Rate, Completion Rate, ROAS, CTR.
- A/B-Tests für Hooks, Thumbnails und Formate.
- Kein Bauchgefühl-Marketing mehr, bitte. Danke.
Fazit: Video ist König – aber regiert nicht allein
Du brauchst kein Hollywood-Budget, aber einen klaren Plan. Wer jetzt nur auf Video setzt, ohne die Basis – Search, Retail Media, Plattform-Strategie – mitzudenken, wird vielleicht gesehen, aber nicht gekauft. Der Trick ist: kombinieren, testen, optimieren.
Oder wie man im Beisenherz-Modus sagen würde: Wer 2026 keine Video-Strategie hat, kann auch gleich PowerPoint-Folien faxen. An sich selbst.