Wenn du schon mal einen Werbetext gelesen hast, bei dem du dich plötzlich beim Klick auf „Jetzt kaufen“ ertappt hast – obwohl du eigentlich nur kurz die Mails checken wolltest – dann war da vielleicht NLP am Werk. Oder Magie. Oder einfach gutes Handwerk. Vielleicht auch alles zusammen.
Was zum Henker ist NLP?
NLP steht für Neurolinguistisches Programmieren. Klingt nach einer Disziplin aus Harry Potter trifft Silicon Valley, ist aber tatsächlich ein Set aus Modellen und Techniken, das untersucht, wie Sprache auf unser Verhalten wirkt.
Kurz gesagt: NLP will wissen, wie du tickst – und wie man dich mit Worten dazu bringt, Dinge zu tun. Im besten Fall klickst du auf „Jetzt kaufen“. Im schlimmsten: du rollst genervt mit den Augen.
Die Wahrheit über NLP: Zwischen Genie und Gaga
NLP hat Fans. Und es hat Kritiker – viele sogar. In wissenschaftlichen Kreisen gilt es oft als Pseudowissenschaft. Warum? Weil viele Behauptungen der NLP-Szene nicht sauber belegt oder nicht replizierbar sind. Die Forschungslage ist… sagen wir: durchwachsen.
Aber – und das ist der entscheidende Punkt – es ist auch kein völliger Humbug. Denn auch wenn NLP nicht jeden Wissenschaftspreis abräumt, bietet es durchaus brauchbare Modelle, die dir im Marketing helfen können, klarer zu kommunizieren, verstanden zu werden und nicht wie der Beipackzettel eines Antidepressivums zu klingen.
Also: NLP ist kein heiliges Gralwasser – aber eben auch kein kompletter Reinfall.
NLP-Techniken für das Marketing
| NLP-Technik | Marketinganwendung | Wirkung |
|---|---|---|
| VAKOG-System | Zielgruppensprache nach visuell, auditiv, kinästhetisch anpassen | Stärkere Verbindung durch passende Worte und Bilder |
| Metamodell der Sprache | Texte entschlacken, Klarheit schaffen | Weniger Missverständnisse, mehr Action |
| Milton-Modell | Suggestivformeln, die wirken wie ein Flüstern ins Unterbewusstsein | Mehr Zustimmung, weniger Widerstand |
| Ankern | Farben, Musik, Gerüche als Wiedererkennung einsetzen | Emotionale Markenbindung |
| Rapport herstellen | Nähe und Vertrauen schaffen im Kundendialog | Treue Kunden statt Karteileichen |
| Reframing | Nachteile charmant umdeuten | „Teuer“ wird zu „hochwertig“ |
| Future Pacing | Kundenvisionen mit Produkt erzeugen | Motivation und Kaufimpulse schüren |
So baust du NLP in deine Kommunikation ein (ohne wie ein Guru klingen zu wollen)
- Zielgruppe analysieren
Was treibt deine Kunden an? Visuell? Emotional? Zahlenmensch oder Bauchtyp? - Sprache anpassen
Sprich nicht über das Produkt – zeig, was es im Leben der Menschen verändert. Gefühle statt Features. - Emotionale Trigger kombinieren
Storytelling + Anker + Zukunftsbild = du sprichst nicht zu, sondern mit Menschen. - Kanäle richtig nutzen
NLP-Techniken passen auf Salespages, in Ads, E-Mails, Scripts – überall, wo Worte wirken. - Testen, messen, verfeinern
Wer NLP nur einmal ausprobiert und dann urteilt, macht’s wie der Typ, der nach den ersten vier Sätzen Sit-ups aufgibt, weil er noch keine Bauchmuskeln sieht.
Copywriting mit und ohne NLP – Ein Vergleich
Ohne NLP:
„Unser Sessel ist ergonomisch und stützt Ihren Rücken.“
Mit NLP:
„Spüren Sie, wie Ihr Rücken langsam loslässt – wie nach einem Spaziergang durch die leicht feuchte Morgenluft. Dieser Sessel denkt mit. Und Ihr Körper sagt: Danke.“
Was du gerade gelesen hast, ist kein Hexenwerk. Sondern Sprachpsychologie – mit einem Augenzwinkern.
Fazit: NLP ist kein Allheilmittel – aber ein spannender Kompass
Hand aufs Herz: NLP wird oft zu groß, zu mystisch, zu esoterisch verkauft. Nein, es wird dir keine magische Zielgruppenhypnose bringen. Aber es kann dir helfen, klarer zu kommunizieren, emotionale Verbindung herzustellen und deine Botschaft so zu verpacken, dass sie nicht im Lärm der Timeline untergeht.
Ich bin kein NLP-Verfechter. Aber ich bin Fan von allem, was funktioniert – und NLP funktioniert dann, wenn du es nicht als Religion, sondern als Storytelling-Werkzeugkasten betrachtest.
Willst Du mehr über die Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten von NLP für Dein Marketing, wie VAKOG, Milton-Modell oder Rapport erfahren, schreib mir gerne.