Warum der Performance-Fokus Markenwert zerstören kann

Wenn der Klick kommt, aber die Marke geht

Performance-Marketing – der feuchte Traum jedes Controllers: Klick, Lead, Umsatz. Zack, zack, zack. Alles messbar, alles sofort. Doch halt! Während wir alle dem Google-Gott Opfergaben in Form von CPC-Budgets darbringen, zeigt die Forschung: Wer nur auf schnelle Zahlen schielt, schneidet sich langfristig ins eigene Markenfleisch.

1 | Die große Schieflage im Budget-Zirkus

Seit Anfang der 2000er wandern Werbegelder in Scharen zu Google, Facebook & Co. Alles, was sich in Echtzeit optimieren lässt, wird geliebt. Nur: Die Liebe ist oft einseitig.

Les Binet & Peter Field – sowas wie die Lennon & McCartney der Marketingforschung – zeigen: Wer 60 % in Marke und 40 % in Aktivierung steckt, hat am Ende mehr davon. Weicht man davon ab, fällt der Gewinn um bis zu 50 %. Noch Fragen?

2 | Was Performance-Marketing wirklich kann – und was eben nicht

Der Kick für zwischendurch: PM bringt Verkäufe – schnell und direkt. Push it, baby.

Aber: Der Effekt ist kurzatmig wie ein Energy-Drink. Die Wirkung – in Fachkreisen „Adstock“ genannt – verfliegt schnell.

Und die Langzeitwirkung? Naja. Es bleibt was hängen: E-Mail-Adressen, App-Downloads. Aber ohne markenbildende Maßnahmen ist der ROI auf Dauer mager wie ein Influencer-Salat.

3 | Gelernt aus dem echten Leben – vier Marken, vier Aha-Momente

MarkeMaßnahmeErgebnisQuelle
AirbnbWeniger Search & Display, mehr MarkeCFO jubelt: „Incredibly effective“, Umsatz steigtMarketing Week, WARC
eBayBrand-Keywords abgeschaltetKeine nennenswerten Verluste → Paid Search überschätztNBER, Substack
P&GStrich 100 Mio. $ Digital-WerbungAbsatz stabil, Effizienz hochReuters, BI
Uber100 Mio. $ App-Install-Anzeigen gestopptApp-Installs unverändert → hoher Ad-Fraud entdecktVeracity Trust Network

Die Lehre: Wer zu viel PM füttert, züchtet sich Diminishing Returns heran – und glaubt oft nur deshalb an Wirkung, weil das Dashboard blinkt.

4 | Die 95/5-Regel und das große Verpassen

Rund 5 % deiner Zielgruppe kaufen jetzt. Die anderen 95 % denken gerade an alles – nur nicht an dich. Und wenn du sie mit Performance-Kampagnen ignorierst, wird das auch so bleiben.

Markenaufbau sorgt dafür, dass du im richtigen Moment „aufpoppst“. Logo, Farbe, Jingle, Slogan – alles Teil des kollektiven Hirn-Prägens. Wer das vernachlässigt, steht später beim Pitch ohne Einladung da.

5 | Was beim Performance-Only-Ansatz schiefläuft

  • Marke? Welche Marke? Ständig neue Creatives killen deine Wiedererkennbarkeit.
  • Zukunft? Fehlanzeige. Wer heute nicht säht, wird morgen nichts ernten.
  • Mess-Scheuklappen. ROAS ist nicht alles. Oft auch nicht viel.
  • CPC-Krieg. Wenn alle dieselben 5 % jagen, steigt der Preis und die Marge stirbt.

6 | Empfehlungen für ein Marketing mit Zukunft

HebelKonkrete Maßnahme
Budget-SplitStarte mit 60 % Brand / 40 % Activation – passe je nach Markt an.
MetrikenROAS + Langzeit-KPIs wie Share-of-Search oder gestützte Erinnerung.
Kreative KonsistenzHalte zentrale Marken-Elemente stabil – variiere nur die Verkaufsbotschaft.
Incrementality-TestsMache Geo- oder User-Splits → Was bringt PM wirklich?
Synergie-OrchestrierungAlways-on-Brand-Kampagnen + PM als Nachfrage-Abschöpfer.

Fazit: Klicks zahlen keine Miete – Marken schon

Der wissenschaftliche Konsens ist klar wie eine frisch gewienerte Landingpage: Wer nur auf Performance setzt, untergräbt seinen eigenen Markenwert. Wer dagegen beides orchestriert – Marke und Aktivierung –, baut nicht nur Umsatz auf, sondern auch Preissetzungsmacht und Krisenfestigkeit.

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